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No Exit

Jeden Samstagnachmittag treffen sich die Mitglieder der "Freien Kameradschaft Frankfurt /Oder" in Nicos Wohnung. Bei Kaffee und Kuchen werden politische Schulungen abgehalten und kommende Aktionen geplant: eine Unterschriftenaktion für "Härtere Haftstrafen für Kinderschänder", Singen im Altersheim usw.

Der Dokumentarfilm "NO EXIT" beobachtet über einen Zeitraum von einem Jahr das Innenleben der "Freien Kameradschaft Frankfurt / Oder". Diese Gruppe von sechs Jugendlichen wird als zwittriges und zerbrechliches Gebilde gezeigt, in der unterschiedliche politische Intentionen und ganz verschiedenartige persönliche Ansprüche und Vorstellungen aufeinander prallen. Das führt zu verdeckten und offenen Konflikten. Deutlich wird auch erkennbar, was in den regelmäßig stattfindenden Schulungen an "brauner Färbung" in den Seelen verstärkt, und was abgelehnt wird. Der Film zeigt, wie die politische Gesinnung von den Menschen abtropft, wenn sie uns Einblicke in ihr Innerstes gewähren. Dann erscheinen ganz und gar unpolitische Sehnsüchte und Konflikte. Und wir können zugleich die seelischen Flecken entdecken, die der Nährboden sind für eine politische Instrumentalisierung.

Anhand von drei Biografien beschreibt der Film die Sehnsüchte, Ängste und Konflikte einer Gruppe von jungen Menschen, die sich gesellschaftlich engagieren will. Der Wunsch dieser Jugendlichen, geliebt und gebraucht zu werden, aber auch ihre Ängste vor Fremden und Unbekanntem, setzt in ihnen Emotionen frei, die sich bei geringen Anlässen in Gewalt und Hass entladen können.

Buch & Regie
Dramaturgie
Kamera
O-Ton
Tonschnitt
Tonmischung
Montage
Produktionsleitung filmkombinat
Redaktion
Produktionsleitung RBB
Produzenten

Franziska Tenner
Olaf Winkler
Peter Przybyl
Michael Bartylak, Hendrik Lühdorf u.a.
Dietrich Körner
Jörg Höhne
Paul Belling
Oliver Niemeier
Cooky Ziesche
Torsten Klein
Jens Körner, Thomas Riedel, Oliver Niemeier

Dokumentarfilm, 100 min., DTS, 35mm, Farbe, 2003

Eine Produktion des filmkombinats in Koproduktion mit "OSTWIND" - Die Programmwerkstatt von ORB und ZDF-Das kleine Fernsehspiel. Gefördert von der Kulturellen Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern.

Kino
Kinostart am 21.02.2004 um 21.30 Uhr im Filmkunsthaus Babylon - Basis-Film Verleih Berlin

Termine
13. - 19.5. Schillerhof, Jena (Filmgespräch am 15.5.)
15. - 23.5. Werkstattkino, München
16. - 19.5. Obenkino, Cottbus
16.5. mon ami, Weimar (mit Filmgespräch)
23. - 26.5. Schaubühne, Lindenfels, Leipzig (Filmgespräch am 23.5., 19.30 Uhr)
27.5. Filmclub, Gera
27.5. - 2.6. Meisengeige, Nürnberg
27.5. - 2.6. Cinema, Münster (Filmgespräch am 28.5.)
3. - 9.6. Lux, Halle (Filmgespräch am 4.6.)
10. - 16.6. Filmhaus, Köln (Filmgespräch am 14.6.)
14. - 16.6. Filmforum Duisburg (Filmgespräch am 14.6.)
17. - 23.6. Black Box, Düsseldorf (Filmgespräch am 15.6.)
17. - 23.6. Kino im Dach, Dresden (Filmgespräch am 18.6.)
17. - 23.6. Scharfrichter, Passau
24. - 30.6. Roxy-Kino, Dortmund (Filmgespräch am 26.6.)
25. - 30.6. Zeche Zollverein, Essen (Filmgespräch am 25.6.) 27. - 30.6. Endstation, Bochum (Filmgespräch am 27.6.)
30.9. - 6.10. Cineding, Leipzig (Filmgespräch mit Regisseurin Franziska Tenner am 4.10.)
27.10. Filmpalast Salzwedel (mit Filmgespräch)
28.10. Kinocenter Uelzen (mit Filmgespräch)
4. - 10.11. LiWu, Rostock (Filmgespräch am 4.11.)
5.11. Greifswald (mit Filmgespräch)
18. - 24.11. Filmclub Gera
19. - 24.11. Labim Halle
25.11. - 1.12. Filmgalerie Regensburg
26.1.05 Koki, Kiel

Festivals
12. dokumentART, Neubrandenburg, am 10.10.2003 um 20.00 Uhr im Cinestar
Dokfilmwerkstatt Drehort OstWestDeutschland, Wismar, September 2003
13. FILMKUNSTFEST Schwerin, Mai 2003
Tutzinger Medientage 2003

Pressemeldungen
tip Berlin 04/2004
"Nico, Conni, Bibi, Fischi und André sind Kameraden. Das, was sie verbindet, ist außer gemeinsamen Erfahrungen in einem brutalen Milieu die Sehnsucht nach einer heilen Welt, nach Werten wie Treue, Freundschaft und Geborgenheit. Nur in der Gruppe, in der "freien Kameradschaft", sind sie ganz bei sich selbst, können sie ihre verpasste Kindheit noch einmal nachholen. Franziska Tenners Dokumentation über eine "freie Kameradschaft" in Frankfurt/Oder ist das facettenreich und sensibel gezeichnte Porträt einer Gruppe von rechtsextremen Jugendlichen, deren ausweglose Situation typisch für die Generation Ost ist. Der Zuschauer schwankt zwischen Mitgefühl und Entsetzen."

Interview mit der Regisseurin Franziska Tenner
Was für ein Typ ist dieser Nico? Einerseits Protagonist der NPD und dann auch wieder sanfter Liedermacher ...
-> Tenner: Der will sich nach oben treten, raus aus dem Milieu seines Vaters, wo Alkohol und Arbeitslosigkeit bestimmend sind ­ und er will natürlich auch mit Politik Geld verdienen und mit der Musik, was vielleicht sogar funktionieren kann. Der ist zäh, der ist jung und der hat einen langen Atem. Dafür geht er dann auch ins Altersheim, um dort seine Rennicke-Lieder (Frank Rennicke ist Liedermacher der rechten Szene, die Red.) zu singen. >> das vollständige Interview im tip Berlin

Presseheft zum Download (PDF-Format 296 KB, bitte auf den Link klicken)
Pressefotos zum Download (400 dpi, bitte auf die Bilder klicken)

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